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„Wie geht es Ihrer Familie?“

Anfeindungen aus der rechten Szene

August 25, 2017

Es gehört fast schon zum Alltag – ein Bericht über Reichsbürger, Rechtsextreme oder AfD und prompt habe ich am nächsten Tag eine Mail. Mal mit einem AfD-Mitgliedsantrag, mal mit einem Link auf eine rechte Internetseite oder einfach nur Beschimpfungen

Das Extreme ist normal

Ich berichte in Schleswig-Holstein schon seit gut 6 Jahren über die extremen Szenen im Land. Anfeindungen gab es in den ersten Jahren nahezu keine. Das änderte sich mit dem Aufkommen der Rechtspopulisten in Deutschland. Die „Lügenpresse“-Rufe wurden Alltag und viele Menschen haben den Mut, sich direkt an die Berichterstatter zu wenden.

Der Höhepunkt wurde in meinem Fall erreicht, als mir ein alter Bekannter schrieb, dass ihn mein Bruder angerufen hätte. Oder eher jemand,  der sich als mein Bruder ausgegeben hat. Er wollte meine Telefonnummer haben. Auch das passierte nach einer Berichterstattung über Reichsbürger. Das meine Facebook-Freunde durchtelefoniert werden, um an meine Nummer oder Adresse zu kommen halte ich für einen Dammbruch.

Es geht wieder los

Gestern war es auch wieder soweit. Ein Beitrag über Reichsbürger. Über einen Erlass, der regeln soll, wie Reichsbürger entwaffnet werden. Eigentlich relativ sachlich, ich habe keine persönlichen Meinungen eingebaut – das mache ich nie. Hier der Bericht.

"Wir beobachten sie"

Heute hatte ich dann eine Nachricht in meinem Postfach. „Wir beobachten sie genauestens!“ steht da drin. Der Betreff: „Beobachtung durch volkstreue Kräfte“. Außerdem latente Drohungen: „Geht es Ihrer Familie gut!“ Die Mail hat den Zeitstempel „Donnerstag, 24.08.2017, 04:07 Uhr“, was nicht stimmen kann, weil die Mail gestern nicht da war, zumindest habe ich sie nicht gesehen, trotz häufiger Aktualisierung des Email-Kontos.

Mein Fazit

Was ich daraus schließe: Journalisten, die sich mit Reichsbürgern und Rechten auseinander setzen werden unter Druck gesetzt. Ich werde nicht der einzige Journalist sein, dem es so geht. Ich alleine kenne 2 weitere Personen, denen es so ergangen ist. Übrigens: Keine von diesen Personen ändert dadurch ihre Arbeitsweise oder verzichtet darauf, über solche Themen Bericht zu erstatten. Also, an alle Hetzer: Ihr bewirkt nichts.

Bild: Lisa Spreckelmeyer / pixelio.de

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Carsten Janz
Journalist, Blogger & Dozent